Beitrag vom: 2. Februar 2026
DVSI machte mobil auf der Spielwarenmesse
Jubiläen wie dieses feiert man nicht alle Tage. Wenn man 75 wie die Spielwarenmesse wird, schwanken Jubilar und Gäste zwischen der guten alten Zeit, in der bekanntlich immer alles besser war, und Visionen, die eine hellere Zukunft versprechen. Nichts spiegelt diese Haltung besser wider wie die aktuellen Spielwarentrends „Creative Mindfulness“ und „AI Loves (to) Play“– Trends, die erneut deutlich machen, dass Branche und Messe per se zwischen Tradition und Fortschritt oszillieren müssen. Anlass, dem Jubilar im Rahmen eines kleinen Flashmobs zu gratulieren, ist das längst erreichte Rentenalter allemal. Der DVSI ließ sich also nicht lange bitten. Allerdings gab er dem neuen Trio an der Spitze der Messe auch die Botschaft mit auf den Weg, an der gemeinsamen Philosophie „Shape & Cooperate“ festzuhalten. Der DVSI tischte Torte, der Saxophonist Udo Schwendler den Klassiker Happy Birthday auf. Danke für die Ausgabe 2026, auf der wir mit unserem DVSI-mobile-desk on the road waren, um eine Vielzahl von Hausbesuchen durchzuführen.
Value of Play nimmt weiter Fahrt auf
Seit etlichen Jahren steht der DVSI an vorderster Front, wenn es darum geht, Spielen als grundlegende Kulturtechnik im öffentlichen und politischen Diskurs sowie die Spielwarenbranche als 12. Teilmarkt in der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft zu positionieren. Im Rahmen des Toy Business Forum räumte die Spielwarenmesse dem Thema jetzt eine prominente Bühne ein. Die „Value of Play Conference“ mit rund 100 Teilnehmern wurde ein beachtlicher Auftakterfolg. Ein weiterer Schritt zu mehr Akzeptanz, den der DVSI gerne unterstützt hat. Danke an die Spielwarenmesse, den Moderator Dr. Volker Mehringer und die Referenten.
Traditionell nimmt das Networking auf dem DVSI-Messestand einen großen Raum ein, auf dem sich die verschiedenen DVSI-Fachgruppen zum informellen Austausch treffen. Dazu zählen wir jedes Jahr die DVSI Young Professionals mit ihrer Sprecherin Susanna Becker (Heless), die 2026 wieder von DVSI-Geschäftsführer und Servicekraft Ulrich Brobeil „bedient“ wurden, die Gruppe DVSI Designer & Erfinder mit ihrem Sprecher Markus Utomo sowie die DVSI ToyRiders. Der Branchenabend der DVSI Gruppe Spieleverlage e.V. war ein voller Erfolg. Harte Themen spielten auf dem DVSI-Stand aber ebenso eine zentrale Rolle, etwa das „Trust and Safety-Programm“ von AMAZON, über das wir mit AMAZON München sprachen. Wir bitten alle Mitgliedsunternehmen, ihre Erfahrungen oder aktuellen Probleme mit dem Programm dem DVSI mitzuteilen. Fokussiert ging es naturgemäß im Board-Meeting von TIE zu, in dem aktuelle europäische Themen diskutiert wurden. Das IPR Council der Spielwarenmesse unterstützte unter Mitwirkung von DVSI GF Ulrich Brobeil die Aussteller gegen Marken- und Produktpiraterie.
Branche wird gehört
Einen „Big Point“ landete der DVSI auf der Spielwarenmesse mit dem Format „BMWE meets Spielwarenbranche“. Die Spielwarenbranche ist zwar eher „Zwerg“, aber ein Player, dessen Meinung in den politischen Schaltzentralen immer stärker gefragt ist. Anne Papke vom BMWE Referat VIIA4 Einzelhandel und E-Commerce, zuständig für den Aktionsplan E-Commerce der Bundesregierung, folgte der DVSI-Einladung, um die Branche, vertreten durch AMIGO, Carrera-Revell, Hasbro, Heless, LEGO, Mattel, Ravensburger, ROFU, Rülke, die Simba Dickie Group, Sterntaler, Thalia, Tipp-Kick, VEDES und Zapf Creation über den Stand der geplanten und auf den Weg gebrachten Maßnahmen zu informieren und mit ihr konstruktiv zu diskutieren. Mit von der Partie war Oliver Schmidt vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), dort Leiter des Instituts für Bedarfsgegenstände, der aus seiner Sicht darstellte, worauf es seiner Behörde ankommt, nämlich die knappen Ressourcen auf die richtigen Stellen zu lenken. Anne Papke betonte, dass das oberste Ziel der Regierung die Wiederherstellung eines fairen Wettbewerbs und ein funktionierender Verbraucherschutz im Onlinehandel sei. Das deckt sich mit den Forderungen des DVSI. Jetzt müssen noch weitere Taten folgen als die Aufhebung der Zollfreigrenze und die Einführung von Frachtgebühren.
Seit Oktober 2025 ist Bayern offiziell Spielzeugland. Jetzt traf sich der Bayerische Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt auf der Spielwarenmesse mit Unternehmen zu einem interaktiven Austausch über aktuelle Themen und Herausforderungen der Branche mit vorherigem Messerundgang. Auf der Agenda standen Themen wie faire Wettbewerbsbedingungen, Schutz vor Plagiaten, Bürokratieabbau, Investitionshilfen, konzertierte Aktionen von Zoll und Marktüberwachungsbehörden, aber auch die stärkere Sichtbarmachung der Branche und die Förderung des weiterentwickelten Berufes Spielzeugentwickler*in. Der DVSI legte im Dezember 2025 ein Informationspapier zur Ausbildung zum Spielzeugentwickler*in vor, die die heutigen Anforderungen zusammenfasst. Zudem sucht der DVSI Unternehmen, die Ausbildungsplätze für künftige Spielzeugentwickler*innen zur Verfügung stellen. Vor allem die Ungleichbehandlung gegenüber der Games-Branche kritisiert der DVSI. Während das Bayerische Digitalministerium für 2026 den Etat für Games, E-Sport und Event verdoppelt hat, um Bayern „zu einem der führenden Standorte für Games in Europa“ zu machen, schaut das „Herz der Spielzeugbranche“ weiterhin in die Röhre. Der DVSI fordert hier ein Umdenken, weil auch klassische Spielwaren ein wesentlicher Baustein für Kultur und Wirtschaft sind. DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil wird auch 2027 auf Hausbesuche setzen.
Bild um den mobilen DVSI Messetisch vlnr:
Christian Ulrich, Vorstandssprecher Spielwarenmesse eG, Jens Pflüger, Vorstand Spielwarenmesse eG, Axel Kaldenhoven, Aufsichtsratsvorsitzender Spielwarenmesse eG und Geschäftsführer Schmidt Spiele GmbH, Dr. Andrea Heilmaier, Wirtschafts – und Wissenschaftsreferentin der Stadt Nürnberg, Marcus König, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, Tobias Gotthard, Mitglied der Bayerischen Staatsregierung und Wirtschaftsstaatsekretär, Florian Hess, Vorstand Spielwarenmesse eG, Ulrich Brobeil, DVSI-Geschäftsführer

