Beitrag vom: 24. August 2026
Brief von TIE an Ursula von der Leyen
Kaum ein Thema beschäftigt die Spielwarenbranche seit Jahren so stark wie das Geschäftsgebaren von Billig-Online-Shopping-Plattformen, die systematisch gegen geltendes Recht im europäischen Binnenmarkt verstoßen. Die bisherigen Mystery-Shopping-Studien von Toy Industries of Europe (TIE) zeichnen ein alarmierendes Bild. Der überwiegende Teil der getesteten Spielwaren aus Drittstaaten ist nicht EU-konform, viele Produkte weisen gravierende Sicherheitsmängel auf und stellen ein konkretes Risiko für Kinder dar.
Der Verkauf illegaler und unsicherer Spielwaren ist nicht hinnehmbar. Er gefährdet die Sicherheit von Kindern, untergräbt das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher und schafft massive Wettbewerbsverzerrungen zulasten verantwortungsvoll handelnder Unternehmen in Europa. Gleichzeitig setzen diese Praktiken Arbeitsplätze und bewährte Qualitäts- und Sicherheitsstandards aufs Spiel. In dem Brief heißt es: „Es untergräbt den Binnenmarkt sowie grundlegende EU-Rechte, darunter den Verbraucher- und Umweltschutz und die unternehmerische Freiheit regelkonformer Unternehmen.“ Den vollständigen Text des Schreibens an Ursula von der Leyen finden Sie hier.
Zwar hat die Politik in Berlin und Brüssel die Problematik erkannt, doch die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus. Die Erhebung von Zollgebühren auf Pakete aus Drittstaaten kann nur ein erster Schritt sein. Entscheidend bleibt eine umfassende Gesamtstrategie: Online-Marktplätze müssen als verantwortliche Wirtschaftsakteure in die Pflicht genommen, Marktüberwachung und Zoll gestärkt sowie bestehende Regeln konsequent durchgesetzt werden.
Der DVSI setzt sich gemeinsam mit Politik, Verbraucherschutz, Handel, Wirtschaft und Partnerverbänden seit Jahren europaweit dafür ein, diese Lücken zu schließen. Mit Studien, politischem Dialog und klaren Forderungen üben wir Druck aus: für wirksamen Verbraucherschutz, für sichere Spielwaren und für fairen Wettbewerb. Der Einsatz gegen Billig-Online-Shopping-Plattformen ist und bleibt ein zentrales Anliegen von DVSI, TIE und allen europäischen Partnerverbänden.
TIE erwartet, dass die Europäische Kommission einen Vorschlag vorlegt, der die Regeln zu Online-Plattformen und Produktkonformität aktualisiert – durch den sogenannten ‚European Product Act‘ (EPA). Der EPA kann die Problematik aufgreifen und im Sinne der Konsumenten und verantwortungsvollen Unternehmen regeln. Er kann aber auch zu einer verpassten Chance werden. Der Vorschlag soll am 30. September veröffentlicht werden.
Gemeinsam für fairen Wettbewerb und Spielzeugsicherheit
TIE und DVSI rufen Industrie und Handel auf, sich den Forderungen anzuschließen und den Brief zu unterzeichnen. Mit dem Brief ist beabsichtigt, dass die Präsidentin der Europäischen Kommission ihre Führungsrolle nutzt, um Kinder und seriöse Unternehmen zu schützen, in dem bestehende Lücken geschlossen werden. Der Brief soll von möglichst vielen CEOs/GeschäftsführerInnen aus Industrie und Handel unterzeichnet werden, um den Forderungen zusätzlichen Nachdruck zu verleihen.
Bitte unterstützen Sie unser gemeinsames Vorgehen und unterzeichnen Sie den Brief. Bitte lassen Sie uns bis spätestens 2. September 2026 via E-Mail an Gerda Schwab (schwab@dvsi.de) zukommen wie folgt:
- Name des Unternehmens und Logo
- Vorname und Name geschäftsführende Person
- Unterschrift
Ziel ist es, den Brief am 10. September an Kommissionspräsidentin von der Leyen zu schicken.
TIE und die nationalen Verbände, darunter der DVSI, werden den Brief auch mit weiteren politischen Entscheidungsträgern teilen. Zusätzlich planen die Verfasser und andere nationalen Verbände den Inhalt des Briefes über ihre Medienverteiler sowie auf ihren Websites und sozialen Medien zu verbreiten und zu kommunizieren.
Ihr Ansprechpartner beim DVSI: GF Ulrich Brobeil (T: 0911/477112-11; E: brobeil@dvsi.de)

