Beitrag vom: 12. Oktober 2026
Gelingt die Wende bei der frühkindlichen Bildung?
Die Zahlen sind alarmierend. In den Kompetenzbereichen Naturwissenschaften, Lesen und Mathematik erreicht das Land der Dichter und Denker die niedrigsten Werte seit Beginn der Studien. Die Reaktion auf die schlechten Ergebnisse überraschen allerdings nicht. Die aktuelle Therapie wirkt so vertraut wie die vor 25 Jahren, als die erste PISA-Studie das Land ins Mark traf. Bundesbildungsministerin Karin Prien betonte bei der Vorstellung von PISA 2025, dass man im Gegensatz zu damals heute die Antworten kenne, die jetzt nur noch konsequent und nachhaltig umgesetzt werden müssten. Richtig ist, dass man bereits 2001 wusste, dass der Bildungserfolg sehr stark vom Elternhaus abhängt, die Unterrichtsqualität verbessert, sozial benachteiligte Kinder gezielter gefördert sowie die Basiskompetenzen gestärkt und die Digitalisierung vorangetrieben werden müsste, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Mit dem sogenannten Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG) will die Bundesregierung jetzt die frühe Bildung stärken, Förderbedarfe rechtzeitig erkennen und Kinder beim Start in den Ernst des Lebens gezielter unterstützen. Kitas erhalten bei Bedarf zusätzliches Personal. Zudem sind Maßnahmen für einen besseren Übergang in die Grundschule geplant. Die Bundesländer werden mit SCQEG verpflichtet, flächendeckende Sprachtests für alle Vierjährigen einzuführen. Auch motorische, sozial-emotionale und mathematische Kompetenzen sollen gecheckt werden. Nichts von dem ist falsch. Der DVSI wünscht sich allerdings bei aller Förderung frühkindlicher Bildung, dass der Blick für das Spielen als eine zentrale Voraussetzung für die Entwicklung von Kindern nicht verloren geht.
Mehr dazu unter Value of Play auf der DVSI-Website.
Ihr Ansprechpartner: GF Ulrich Brobeil (T: 0911/477112-11; E: brobeil@dvsi.de)

