Beitrag vom: 12. Oktober 2026

Debatte im EU-Parlament über den Kids Act

Die EU-Kommission hatte im September den EU KIDS Act vorgeschlagen, um die Online-Sicherheit von Kindern in der EU zu verbessern. In der vergangenen Woche diskutierte das Plenum über den Vorschlag. Die Abgeordne­ten argumentierten, dass die Suchtgefahr der Plattformen das Kernproblem darstelle und die Verantwortung nicht allein bei den Eltern liege. Bedenken hinsichtlich Chatbots und KI-Begleitern wurden wiederholt geäußert. Mehrere Redner führten Fälle von Kindern an, die durch diese geschädigt wurden; andere forderten ein ergänzendes Gesetz zur digitalen Fairness. Einwände und Vorbehalte betrafen hauptsächlich den Datenschutz und die praktische Anwendung. Die Altersverifizierung birgt das Risiko der Überwachung, zudem lassen sich Altersgrenzen leicht umgehen. Einige Parlamentarier forderten, auch Glücksspielfunktionen wie Lootboxen einzubeziehen; andere drängten die Kommission zu einer schnelleren Durchsetzung der bestehenden Regeln.

Für Spielwaren- und Spielehersteller mit vernetzten Produkten, Apps oder KI-Funktionen deutet die Debatte auf eine künftig strengere Kontrolle hin, auch wenn das Gesetz voraussichtlich erst ab 2028 Anwendung finden wird.

Ihr Ansprechpartner beim DVSI: GF Ulrich Brobeil (T: 0911/477112-11; E: brobeil@dvsi.de)