Beitrag vom: 2. November 2026

Billigpakete aus Drittländern werden teurer

Im Jahr 2025 wickelten die europäischen Zollämter nach Angaben der EU-Staaten rund sechs Milliarden Pakete von Onlinehändlern ab. Das entspricht mehr als 16 Millionen kleine Pakete pro Tag. 90 Prozent davon sind aus China in die Staatengemeinschaft gelangt. Unabhängig von der neuen Paketgebühr wird bereits seit Juli für Waren aus dem Nicht-EU-Ausland ab dem ersten Euro ein pauschaler Zoll von drei Euro pro Warengruppe fällig. Davor konnten Pakete mit einem Wert von bis zu 150 Euro zollfrei in die EU eingeführt werden. Für Waren, die in Onlineshops außerhalb der EU bestellt werden, wird seit Sonntag eine weitere Gebühr fällig. Je Produktgruppe, wie etwa Spielwaren, muss der Händler zwei Euro zahlen.

Die EU will so die Zahl von Billig-Paketen weiter verringern, Mehrkosten decken und die Marktüberwachung verbessern. Die Bearbeitungsgebühr wird für Artikel fällig, die in Online-Shops außerhalb der EU gekauft und an Verbraucher in der Staatengemeinschaft versendet werden. Erhoben wird sie pro sogenannter Warenposition. Eine Warenposition bezeichnet in etwa eine Produkt­gruppe.

Verantwortlich für die Entrichtung der Gebühr sind die Online-Händler oder Importeure. Vor allem Unternehmen wie Shein, Temu oder AliExpress, die massenhaft günstige Ware produzieren und auch nach Europa verschiffen, dürften davon betroffen sein. Ob und wie sich die neue Gebühr auf die Paketmengen auswirkt, bleibt abzuwarten. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Mehrkosten in Form von höheren Preisen an die Verbraucher weitergeben werden könnten. Nach Einführung des Drei-Euro-Zolls ist nach Angaben der EU-Kommission die Zahl der Pakete um mehr als 60 Prozent zurückgegangen. Es sind aber immer noch fünf Millionen Sendungen pro Tag. Der DVSI ist zwar der Ansicht, dass die neue Bearbeitungsgebühr ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf gegen Billigprodukte ist, aber weitere folgen müssen. Dazu bietet der EU Product Act eine weitere Möglichkeit, wie das TIE-Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufzeigte. Der DVSI hatte berichtet.

Ihr Ansprechpartner beim DVSI:
GF Ulrich Brobeil (T: 0911/477112-11; E: brobeil@dvsi.de)