Beitrag vom: 10. November 2025

Frankreich fordert Sanktionen gegen Shein

Frankreich will nach dem Verkauf von Waffen und Sexpuppen, die Kindern ähneln, dass die Europäische Union gegen die Billig-Onlineplattform Shein härter durchgreift. Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot for­derte in einem Interview, dass man die Kontrolle über die Grenzen zurückgewinnen müsse, was die Produkte betrifft, die in das Gebiet der Europäischen Union und Frankreichs gelangen würden. Damit liegt er auf Linie des DVSI, der seit mehr als zwei Jahren auf die Gefahren der unkontrollierten Päckchenflut, fehlender Zollkontrollen und mangelnder Marktüberwachung hinweist, da immer mehr Produkte von zweifelhafter Qualität oder Sicherheitsrisiken den europäischen Markt fluten.

Laut jüngstem DSA-Transparenzbericht für die 1. Jahreshälfte 2025 hat Temu die Marke von 115 Mio. Nutzern überschritten. Das zeigt das dynamische Wachstum und die hohe Akzeptanz der Plattform, aber auch die Dring­lichkeit, dass Europa gegen unlautere Geschäftspraktiken vorgeht. Zwei von TIE und nationalen Spielwarenver­bänden durchgeführte Mystery Shopping-Studien warfen jedenfalls ein Schlaglicht auf gravierende Sicherheits­risiken beim Spielzeugkauf auf Billig-Online-Plattformen. Die Ergebnisse der dritten Studie werden in Deutschland im Rahmen der Branchenpressekonferenz am 19. November in Nürnberg präsentiert. Einen Tag später wird eine DVSI-Dele­gation zudem im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) in Berlin mit Experten für Konsumgüterindustrie, Handel, Wettbewerb und Mittelstand über diese Problematik sprechen. Unterstützung signalisierte bereits das bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Industrie.

Nach der Ankündigung Frankreichs erklärte Shein, dass man den Verkauf aller seiner Produkte über Drittanbieter-Marktplätze im Land einstellen wird. Am Donnerstag kündigte Frankreich außerdem eine 100%ige Zollkontrolle von Paketen von Shein an. Die französische Regierung hat gegenüber der Europäischen Kommission außerdem angeregt, wegen der mutmaßlichen Verstöße gegen den Digital Services Act (DAS) eine Untersuchung durch­zuführen. Ebenso hat Frankreich auch Untersuchungen gegen AliExpress, Temu und Wish wegen des Verkaufs von Sexpuppen, die Kindern ähneln, eingeleitet.

Mehr Infos dazu finden Sie u.a. hier.

Ihr Ansprechpartner beim DVSI: GF Ulrich Brobeil (T: 0911/477112-11; E: brobeil@dvsi.de )