
Beitrag vom: 17. März 2025
Transatlantischer Handelskrieg auch bei Spielwaren?
Die Vereinigten Staaten haben Zölle auf Importe von europäischem Stahl und Aluminium eingeführt. Darüber hinaus beabsichtigen die Trump-Aministration, ab dem 2. April weitere Produkte aus der EU mit Zöllen von bis zu 25 % zu belegen. Die Antwort von Brüssel ließ nicht lange auf sich warten. Als Reaktion auf die ungerechtfertigten Zölle auf Importe von europäischem Stahl und Aluminium kündigte die Europäische Kommission Zölle auf eine Reihe von US-Importen an, darunter auf Aluminium und Stahl (25 %) ab dem 1. April (1. Welle) und auf eine breite Palette neuer Produkte (zweite Welle) anheben, die am 13. April in Kraft treten. Die Liste der potenziell betroffenen Produkte für die zweite Maßnahmenwelle kann sich allerdings je nach den von der Kommission durchgeführten öffentlichen Konsultationen noch ändern. Zudem hat die Kommission eine Konsultation auf den Weg gebracht, um von EU-Unternehmen zu erfahren, wie sie die Maßnahmen bewerten. Die Umfrage dauert noch bis zum 26. März.
Unter der Liste der US-Produkte, die möglicherweise von der zweiten Welle höherer EU-Zöllen betroffen sein sind, finden sich folgende Produkte, die für Spielwaren verwendet werden:
- 49019900- gedruckte Bücher, Broschüren und ähnliche Drucksachen (ausgenommen in Einzelblättern; Wörterbücher, Enzyklopädien, Zeitschriften und Publikationen, die im Wesentlichen der Werbung dienen)
- 71171900- Nachahmungen von Schmuck, aus unedlen Metallen, auch mit Edelmetallen überzogen (ausgenommen Manschettenknöpfe und -stecker)
- 87111000 -Krafträder, einschl. Kleinkrafträder, mit Hubkolbenverbrennungsmotor mit einem Hubraum <= 50 cm
Unternehmen, die aus und in die USA handeln, wird empfohlen, die Listen der EU- und US-Produkte, die möglicherweise höheren Zöllen unterliegen, sorgfältig zu prüfen.
Die globale Spielwarengemeinschaft (ICTI, TIE, ATPA), darunter der DVSI als Mitglied von ICTI und TIE, macht sich ebenfalls Gedanken über die aktuelle Entwicklung in diesem Handelskonflikt. „Gewinner kann es in einem solchen Handelskrieg keine geben,“ sagt DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil, „dafür aber jede Menge Verlierer, und das sind die Verbraucher, die die Zeche mit höheren Preisen zahlen müssen.“ Aktuell diskutiert die Branche über den Konflikt, der zu eskalieren droht, sowie über ein kollektives Statement gegen Zölle auf Spielwaren. Weitere Gespräche sind für Anfang dieser Montag avisiert.
Ihr Ansprechpartner beim DVSI: GF Ulrich Brobeil (T: 0911/477112-11; E: brobeil@dvsi.de)